mit musik geht alles besser
die bläserklassen an der gesamtschule wulfen
 
„Ein starkes Team“
Die Bläserklassen der Gesamtschule bewiesen es beim „Brunch“ mit den Großen von „BB 46“
29.09.2009
Von Nikolas Holecek
WAZ - Dorsten
WULFEN
„Swing, Brunch and More" - unter diesem Motto hatten Schüler und Lehrer der Wulfener Gesamtschule am Wahlsonntag in ihre Aula geladen. Das zweite Frühstück in lockerer Atmosphäre spielte nur eine Nebenrolle, denn als Hauptgericht gab's einen ordentlichen Ohrenschmaus. „BB 46" präsentierte den nind 300 Gästen hochkarätigen Swing. Unterstützt wurde die Big Band von den Schülern der Gesamtschule.
„Bei uns", so Schulleiter Johannes Kratz, „gibt es die Bläserklassen, also Schulklassen mit musikalischem Schwerpunkt." In der fünften Klasse können Schüler sich dafür entscheiden, zwei Jahre die Bläserklasse zu besuchen. Instrumente werden vom Förderverein gestellt. „Dieses Modell ist für die Schüler ein enormer Gewinn", so dessen Vorsitzender Volker Schriever. „Auch Bläser-Neulinge können mitspielen. Sie bekommen halt zu Beginn eine einfache Stimme, aber in einem komplexen Musikstück. Nur gemeinsam kommen sie nach vorne."
„Wir sind ein starkes Team", bestätigen die zwölfjährige Luisa Jungmann und der elfjährige Julian Piechutta. Beide bewiesen am Sonntag, wie viel sie schon an ihren Instrumenten - Klarinette und Euphonium - gelernt haben. Zusammen mit 63 weiteren Jung-Bläsern spielten sie ältere und neue Stücke aus ihrem Repertoire. „Die Filmmusik zu Fluch der Karibik gefällt mir aber am besten", versichert Luisa.
Bei „Freddie Freeloader" und dem „Hard Rock Blues" unterstützen der Drummer und einige Solisten der Big Band die Schüler. Beim „C Jam Blues" spielten dann „BB 46" und Nachwuchs-Bläser gemeinsam. „Das Zusammenspiel hat gut geklappt", lobt Thomas Klemme. Der Musiklehrer hatte die Bläser-Klassen ins Leben gerufen. Als Saxophonist und Leiter der „BB 46" geht er auch in der Freizeit seiner Leidenschaft nach. Für ihn ist „Jazz die Musik des 20. Jahrhunderts".
Foto: André Elschenbroich
BLÄSER-KLASSEN
Ein starkes Argument
Die Bläser-Klassen an der Gesamtschule sind ein Erfolg. Nachdem aus dem ersten Jahrgang nur wenige Schüler weitergemacht hatten, entschlossen sich die Jung-Musiker des folgenden Jahres komplett, weiter zu musizieren. „Wir haben diese Schule wegen der Bläser-Klasse gewählt", erzählt Francoise Mainelle, deren Tochter Soraya Egazi (12) Klarinette lernt.
 
Schwerpunkt seines Unterrichts ist neben Jazz auch symphonische Blasmusik, also klassische Orchester-Musik ohne Streicher Dass weder Jazz noch Klassik bei Jugendlichen besonders populär sind, stört ihn wenig: „Wenn man Kinder mit etwas vertraut macht, dann hören sie das auch nach einiger Zeit." Die Unterschiede zwischen Klassik und moderner Bläser-Musik stellen für ihn ebenfalls keine Probleme dar: „Wer mal Bach im Saxophonsatz gespielt hat, weiß, wie lebendig Musik sein kann."
Quicklebendig und beswingt sorgten die knapp 20 „BB 46"-Musiker für Stimmung mit Evergreens wie „Sing, Sing, Sing" oder „Stomping at the Savoy". Nach der „Moonlight Serenade" von Glenn MilIer ging's in eine kurze Pause. Danach wurde den Zuhörern erst mit „Doing Basie's Thing" eingeheizt, ehe romantisch-beschauliche Atmosphäre aufkam bei „Come fly with rne" oder ,,Cry me a River". Daniel Frinken ergänzte mit gefühlvollem Gesang. Zum Abschluss gab's einen Knaller: Count Basie’s Arrangement „The Joy of Cooking". Kräftiger Applaus belohnte die „BB 46" für ihre gekonnte Darbietung.